Knochige Fäuste, bereit, alles zu zerstampfen (II)

Als Fortsetzung die restlichen Einblicke in das Geistesleben der universitären Elite. Ich habe mir erlaubt, am Ende des Beitrags zur Realität zurückzukehren.

2014-01-09 20.01.23

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2014-01-09 20.02.16

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2014-01-09 20.03.04

2014-01-09 20.03.23

2014-01-09 20.01.10

Da stolperte ich doch vor ein paar Wochen hierüber:

Quelle: National Institutes of Health
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19085605

„In dieser Studie wurden Vergewaltigungsphantasien weiblicher Universitätsstudenten (N=355) evaluiert, verwendet wurden hierzu eine gedankliche Checkliste für die rechtliche Definition von Vergewaltigung und ein Protokoll für Sexphantasien, das systematische Abfragen und Selbsteinschätzungen beinhaltet. Die Ergebnisse lassen erkennen, dass 62% der Frauen bereits eine Vergewaltigungsphantasie hatten, dies ist etwas höher als frühere Schätzungen. Für diejenigen Frauen, die Vergewaltigungsphantasien hatten, liegt die mittlere Häufigkeit dieser Phantasien bei ungefähr 4 mal pro Jahr, wobei 14% der Teilnehmer angaben, dass sie Vergewaltigungsphantasien zumindest einmal pro Woche haben. Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen, die davon ausgingen, dass Vergewaltigungsphantasien entweder zur Gänze aversiv oder erotisch sind, wurden Vergewaltigungsphantasien auf einem aversiv-erotischen Kontinuum festgestellt, wobei 9% zur Gänze aversiv, 45% zur Gänze erotisch, und 46% sowohl erotisch als auch aversiv waren.“


Knochige Fäuste, bereit, alles zu zerstampfen

Oh ja, denn das natürlich muss als das Endprodukt der universitären Bildung aufscheinen, zerstampfte Existenzen, auf gleiche Höhe geschnittene und zerfetzte Pflänzchen, gleich aber im Stadium der Verwesung dann, darniederliegend, tot, ohne Substanz oder Fleisch oder Freude oder Abneigung oder sonstige Emotion.

Sie glauben mir nicht, natürlich nicht, es ist auch unglaublich. Verschlungene Wege jedoch führten mich unlängst auf das KomZ (Kommunikationszentrum) der Politikwissenschaft Wien, und ich fühlte mich bemüßigt, das dortige Stimmungsbild einzufangen, exemplifiziert durch verschiedenen Behang im Raum.

Hier meine Favoriten:

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Ich gebe es zu, das erste ist ein Ausreißer, es wurde mir von meiner Gesprächspartnerin gezeigt, die zurzeit als Austauschstudentin in Wien weilt. Stolze Moskauerin, die sie ist, war ihr dennoch die extrem tendenzielle Fragestellung des Buches, das ihr zur Einführung in den Themenbereich EU empfohlen wurde, nicht bewusst. Glücklicherweise ist es mir ein Leichtes, die brennendsten auf dem Rückumschlag des Buches angeführten Fragen zu beantworten. Ich versuche, die Fragen umzuformulieren, damit die Verwirrung ein Ende hat:

„Warum ist die Burka in einigen EU-Ländern verboten, in anderen nicht?“ meint natürlich: „Lieber studentische Geschlechtsvariante, wie du weißt, läuft ein Programm, das bis zum Jahr 2050 muslimische Bevölkerungsmehrheiten in vielen europäischen Ländern erzeugen wird. Jetzt ist es so, dass wir Intellektuellen uns natürlich daran erquicken, wenn wir den Hass der Eingeborenen auf diese Entwicklung spüren. Dieser Hass ist sehr wichtig, weil er den einzig wahren Klassenunterschied stärker als üblich hervortreten lässt, der uns tagein tagaus beschäftigt, nämlich den zwischen uns und den Plebs. Ich nehme an, dass du zu uns gehören willst, also pass gut auf: Es gibt 2 Richtungen, in die das Thema Islam in Europa führen kann (zumindest mittelfristig):
1. Es werden allerhand Gesetze erlassen, die islamische Gepflogenheiten unterdrücken, damit sich die Plebs beruhigen
2. Es werden allerhand Gesetze erlassen, die den Unmut der Plebs unterdrücken, vor allem gegen die freie Rede

Du musst begreifen, dass es für uns irrelevant ist, welche Seite den Sieg davonträgt, höchstwahrscheinlich ist es ohnehin eine Kombination aus beiden. Alles das dient lediglich dazu, eine Gesellschaft zu erzeugen, die zu 100% von den genehmigten Mediatoren beherrscht werden kann, an die sich die veröffentlichte Meinung wendet, wenn sich die Gruppen mal wieder den Schädel einschlagen. (wink wink, das sind wir. Naja, natürlich nicht du, du Spinner, du bist der Fußtruppen-Zombie, den wir an die Front schicken, vielleicht qualifizierst du dich zum Unteroffizier in der Integrationsmaschine)

„Wie kann die EU ein Land als Mitglied akzeptieren, das von einer Partei mit faschistischen Tendenzen regiert wird?“ meint: Der einzige Gegner, den wir haben, speist sich aus einer Quelle, die wir leider nicht auslöschen können, weil sie der Naturzustand des Menschen ist und die pure Essenz des Lebens selbst. Es sollte relativ leicht sein, sie auszumachen, auch auf einer persönlichen Ebene; immer, wenn du z. B. als Frau dieses unerklärliche Lodern in der unteren Körperhälfte verspürst, weil du von einem Mann angezogen wirst, der in der Distanz zu anderen verweilt, sich gegen sie stemmt, und doch eine der tausenden affirmativen Varianten des Lebens personifiziert, dann hast du einen Faschisten vor dir. Vergiss den Konservativen, er kann gefahrlos beiseite gewischt werden, er hält ja immer nur verlorenes Terrain, gestern war er für die heteronormative Ehe, heute ist er für die homosexuelle, morgen für die homonormative, gähn, langweilig.

„Sind die EU-Länder weniger korrupt als Staaten in Asien oder Afrika?“ Die Antwort auf diese Frage ist leider zu gefährlich und kann dir nicht gegeben werden. Wir werden dir natürlich im Buch erzählen, dass alle Menschen gleich sind, das musst du uns erstmal so glauben, ja? Wenn du groß bist und dich als würdig für unseren inneren Kreis qualifiziert hast, können wir dich vollends mit dem zynischen Wissen unserer Clique ausstatten.

„Wieso lässt die EU es zu, dass immer wieder Flüchtlinge aus Afrika im Mittelmeer ertrinken?“ Die Antwort auf diese Frage ist nicht wichtig, und führt zwangsweise zu Hitler. Verwende bitte in der Demo nächste Woche möglichst oft entsprechende Referenzen.


Bildung als Verdummung

„Eine der Techniken, um junge Menschen aufzubrechen, ist es, eine Vorlesungsreihe zu einer nicht-westlichen Kultur zu erfordern. Obwohl viele der Lehrenden dieser Kurse genuine Forscher sind und ihre Forschungsbereiche aufrichtig schätzen, so habe ich dieses Erfordernis in jedem einzelnen Fall — wenn es doch so viele andere Dinge gibt, die gelehrt werden können und sollten, die aber nicht gelehrt werden; wenn Philosophie und Religion nicht mehr obligatorisch sind — in Verbindung mit einer demagogischen Absicht erlebt. Der Punkt ist es, Studenten einzutrichtern, dass es andere Denkweisen gibt und die westliche Sicht keineswegs besser ist. Nicht der Inhalt zählt, sondern die Lektion, die gelernt werden will. Erforderungen dieser Art sind Teil des Bestrebens, eine Weltgemeinschaft zu errichten und ihre zukünftigen Mitglieder zu trainieren: Die Person ohne Vorurteile.
Wenn aber die Studenten wirklich etwas über das Denken dieser anderen, nicht-westlichen Kulturen lernen würden (was sie nicht tun), würden sie herausfinden, dass diese Kulturen samt und sonders ethnozentrisch sind. Jede einzelne von ihnen glaubt, dass ihr Weg der beste und alle anderen minderwertig sind. Herodot erzählt, dass die Perser dachten, sie seien die besten, die angrenzenden Nationen die zweitbesten, die Nationen angrenzend an die Nachbarn die drittbesten, und so weiter, sodass ihr Wert in konzentrischen Kreisen vom persischen Zentrum abnahm. Dies ist Ethnozentrismus per definitionem. Eine Einstellung wie diese ist in etwa so allgegenwärtig wie das Verbot von Inzest zwischen Mutter und Sohn. Lediglich in den westlichen Nationen, d.h. in jenen durch die griechische Philosophie beinflussten, gibt es eine gewisse Bereitwilligkeit, die Identifizierung des Guten mit dem eigenen Weg anzuzweifeln.

Eine der Mythen unserer Zeit ist es, dass die 50er eine Zeit des intellektuellen Konformismus und der Oberflächlichkeit waren, wohingegen in den 60ern wahre Spannung erzeugt und Fragen aufgeworfen wurden. Der McCarthyismus — immer dann beschworen, wenn über Stalinismus gesprochen wurde, um das Gleichgewicht der Ungerechtigkeit zwischen den zwei Supermächten aufrecht zu erhalten — symbolisiert diese grauen, düsteren Jahre, die flammenden 60er aber waren die „bewegten“ Tage und, glaubt man den Worten der Überlebenden, die Zeit, in der im Alleingang Schwarze, Frauen und Südvietnamesen befreit wurden.
Ohne auf die strikt politischen Themen einzugehen, das intellektuelle Bild, das hier gezeichnet wird, ist so ziemlich genau das Gegenteil der Wahrheit. Die 60er waren die Zeit der dogmatischen Antworten und trivialen Abhandlungen. Kein einziges Buch von bleibendem Wert wurde im Zug dieser Bewegung geschrieben, alles drehte sich um Norman O. Brown und Charles Reich. Es war die Zeit, als der wahre Konformismus die Universitäten eroberte, als Meinungen zu allen Themenbereichen, von Gott bis zu Filmen, uneingeschränkt vorhersehbar wurden.“

Aus: Allan Bloom, The Closing of the American Mind, 1987

Sein zweiter Beitrag hier, er ist im Übrigen mit Vorsicht zu genießen, seine Abschnitte über die heutige Universitätslandschaft aber sind auf eine beunruhigende Weise zutreffend.

Übersetzung aus dem Englischen von Zam


Blick über die Grenze

Immer wieder interessant, Bedrohungsszenarien aus anderen Blickwinkeln zu sehen.

Der tschechische Teenager 2012

Eine einmalige Studie enthüllt die beunruhigenden Einstellungen von Mittelschülern

Die Neuigkeiten, die Respekt exklusiv zur Verfügung hat, sind mehr als interessant. Es bestätigt sich, dass die in der Demokratie aufgewachsenen Tschechen sich von ihren Eltern, die ihre Jugend im totalitären Staat durchlebten, weniger unterscheiden, als es scheinen könnte. Die größte Überraschung aber zeigt sich darin, dass sich junge Menschen langsam, aber sicher zu radikalisieren beginnen. Dies gilt sowohl für die Beziehungen zu Minderheiten (vor allem zu den hiesigen Roma) als auch für die Wahlpräferenzen. Hier zeigt sich eine Botschaft, dass sich durch den Verlust der Unschuld die gesellschaftliche Landkarte Tschechiens grundlegend ändern könnte.
[…]
Was also halten die jungen Tschechen [das Auswahlmuster hat eine Größe von mehreren Hunderttausend und wurde an Mittelschulen im ganzen Land ermittelt] für die größten Probleme? Auf der internationalen Szene (hier unterscheiden sie sich beispielsweise nicht von jungen Westeuropäern) beschäftigen sie vor allem bewaffnete Konflikte. Auf dem zweiten und dritten Platz folgen Krankheiten/Seuchen und der internationale Terrorismus. Im Gegensatz zum Jahr 2009 sinkt die Anzahl jener deutlich, die die globale Erwärmung für einen Risikofaktor halten. Hier kam es zu einem Abfall um mehr als die Hälfte.
Das größte Problem auf der Ebene von Tschechien selbst erblicken die jungen Tschechen im Zusammenleben mit der Minderheit der Roma. Der Trend ist eindeutig: Während im Jahr 2009 etwa 40 Prozent der Mittelschüler das Zusammenleben mit den Roma als größtes Problem dieses Landes angaben, sind dies nun um 15 Prozent mehr. Interessant ist, dass diese Ansicht nicht so sehr unter Lehrlingen [50%] Anklang findet, sondern unter Gymnasiasten [59%].
[…]
Die Hauptursachen für das problematische Zusammenleben sehen die Mittelschüler in der „Unwillen der Roma zu arbeiten“, im „Rassismus von Seiten der Roma“ und der „niedrigen Bildung der Roma, hervorgehend aus dem Verweigern von Bildung“. Was also beeinflusst nun vor allem ihre Haltung?
Die Antwort auf diese Schlüsselfrage lässt sich aus weiteren Teilen der Studie herauslesen. Aus ihnen geht hervor, dass die Mittelschüler die klassischen Quellen der Information wie Zeitung und Fernsehen zunehmend verlassen und sie im Internet suchen.

Soweit so logisch. Man könnte es auch anders formulieren: Die Neigung gewisser Bevölkerungsgruppen, die Mehrheit so lange auszuplündern, bis sich diese ihres Gruppeninteresses bewusst wird, weil sie genau deswegen, aufgrund ihrer Identität, als Opfer ausgesucht wird, erfährt ab einem bestimmten Punkt Widerstand. Glücklicherweise hat die ratlose Zeitung einen gelangweilten Soziologen zur Hand:

Die Hauptursachen sehen Experten freilich entschieden nicht darin, dass die Mittelschüler systematisch zu Xenophobie und Rassismus inkliniert wären. Neben der stereotypen negativen Wahrnehmung der Roma, die die jungen Tschechen aus ihren Familien übernehmen, bestätigt sich hier vor allem die Verantwortung der Schulen. ‚Sie schafft es nicht, soziale und emotionale Intelligenz bei ihren Schülern zu entwickeln‘, erklärt Ivan Gabal. Die Lehrer unterhalten sich bis auf Ausnahmen nicht mit ihren Schülern über die Wurzeln des sozialen Ausschlusses der Roma und ihre unzureichenden Chancen auf Bildung, was hilft, Vorurteile zu festigen.

Aus der tschechischen Wochenzeitschrift Respekt, Übertragung aus dem Tschechischen von Zam.

Der Staat ist der einzige, der diese Gehirnwäsche freiwillig übernehmen würde. Fragen Sie einen beliebigen jungen Tschechen, was seine wirkliche Meinung über die Roma ist, und sie werden Variationen einer einzigen Ansicht hören: Sie leben, wie es ihrer Natur entspricht.


Eine affektive Schwierigkeit

Falls Sie sich des Öfteren schon einmal gefragt haben, warum Ihnen bei vielen Argumenten – zumeist implizit, denn anders ist die Scham dann doch zu groß – unterstellt wird, durch roten Nebel berauscht zu sein, hierfür gibt es mittlerweile eine längere Tradition: 

Ich will gleich zum Eingang sagen, daß ich nicht eine intellektuelle Schwierigkeit meine, etwas, was die Psychoanalyse für das Verständnis des Empfängers (Hörers oder Lesers) unzugänglich macht, sondern eine affektive Schwierigkeit: etwas, wodurch sich die Psychoanalyse die Gefühle des Empfängers entfremdet, so daß er weniger geneigt wird, ihr Interesse oder Glauben zu schenken. Wie man merkt, kommen beiderlei Schwierigkeiten auf dasselbe hinaus.“

Sigmund Freud, Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse

Sagen Sie also, dass Sie die oben angedeutete Lehre für Schwachsinn und außerhalb jeglicher Empirie halten, so sind Sie selbstverständlich im frühen Alter unterversorgt worden. 

Sagen Sie, dass Sie es erst einmal für Diebstahl halten, wenn Ihnen der Staat auch nur einen Euro nimmt, ohne dass seine Argumente überwältigend sind, dass also die Beweislast nie bei Ihnen liegen darf, wenn Sie diesen Eingriff verweigern, so sind Sie gewiss an Ihre Klasseninteressen gebunden. 

Sagen Sie, dass kein einziger Mensch, niemand, nicht auch nur eine Seele, von außen kommend Ihre Wohnung, Ihr Land betreten sollte, ohne dass Sie ihn dazu aufgefordert haben, so sind Sie der schwerwiegendste Fall von allen, und Entrüstung wird Sie auf Ihren Wegen begleiten. Diese Form des Argumentes ist derart geläufig, dass sogar das Schimpf- und Codewort selbst zum Tabu geworden ist, weil es so obszön ist. Man liest es nicht einmal mehr unter Online-Artikeln der Zeit.

 

 

Sie stehen auf der falschen Seite der Geschichte, bereits jetzt sind Sie mental eine Minderheit. Sie werden verschwinden, und glauben Sie bloß nicht, dass auch nur eine Seite eines Geschichtsbuches für Ihre wahre Geschichte verschwendet werden wird. 


Warum ein Verharren und ein Sammeln der Reste sinnlos ist

Seltsam ist es, dass man sich heute immer in der Defensive glaubt, und es zehrt sehr an den Kräften, sich konstant gegen einen Strom stemmen zu müssen, der anscheinend unendliche Energie besitzt. Woher kommt diese dämonische (und der Dämon schläft nicht, noch wird er müde) Todessehnsucht des Egalitarismus? Die paar letzten Reste, die man noch an sich klammern kann, drohen zu bröckeln, und was einmal verloren, kommt nicht wieder. Die Sprache der (französischen) Revolution ist klar, eindeutig: Sie redet etwa vom männerbündischen Stahlbeton, den es anzubohren gilt, ihre rohe Gewalt ist nicht verhüllt. Was den Weg in den Mund des Politikers findet, ist aber nur ein Abfallprodukt, ein schwacher Abglanz der Quelle des Hasses.

Woher beziehen die Anhänger der Apokalypse ihre Energie? Sie beziehen sie nicht aus den kleinen Veränderungen, die letztlich passieren. Sie fühlen ihre Belebung durch den Maiumzug, in den marxistischen Zirkeln, deren Treffen ohne Scham plakatiert werden, an den extremen Rändern, die nie delegimitiert wurden. Die Ideologieschmieden sind vollends intakt. Genosse, lass uns marschieren. Jeder Halt zum Ziel hin ist nur vorübergehend, ist nur zur Neupositionierung gedacht.

Was macht die Gegenseite? Sie benutzt dieselbe Quelle…
Sie redet davon, die richtige Interpretation gefunden zu haben. Alle Menschen sind gleich, ja, aber manche verhalten sich anders, und man müsse zwischen anständigen und unanständigen unterscheiden. Natürlich aber kann jeder alles erreichen und jeder alles werden. In der Integrationsdebatte hört sich das z.B. in etwa so an: Wir wünschen uns, dass sich alle Zugereisten wie Chinesen verhalten, dann können sie gerne kommen.

Der gemeine Mensch auf der Straße fühlt, dass irgendetwas falsch ist, aber er kann sich nicht abstrakt artikulieren, und die erlassenen Sprechverbote haben ja genau jene ehrlichen Ausdrücke vom Herzen zum Ziel. Was tun? Ungleichheit predigen. Immer und überall. Wie das geht? Ganz einfach: Du bist zu syrisch, um Österreicher zu sein.


One World – vor 2000 Jahren vielleicht, ja

Eine der konstantesten Illusionen unserer Zeit ist die Ansicht, dass unser Planet kleiner werde, dass sich die Bruchlinien, die doch früher immer Konflikte zur Folge hatten, wohlgefällig auflösen. Gründe dafür sucht man wahlweise im gesteigerten Handel oder auch in der Durchmischung von Braun, Weiß, Schwarz, die man von den Fenstern der Universitäten des Nordens so schön beobachten kann.

Als Marcus Licinius Crassus gen Osten zog, um das Geld, das er mit den seinen Feuerwehren Roms verdient hatte, endlich zu großem Nutzen und mithin eigenem Ruhm zu verwenden, verpassten ihm die Parther bekanntlich eine schmähliche Niederlage. Der Schuss von einem fliehenden Pferd aus nach hinten ist als eines der großen Vorbilder von Schlachtmanövern als Partherschuss bekannt geworden. Wenn es stimmt, und wieso sollte Plutarch lügen, wurde der Kopf von Crassius dem Perserkönig am Hof präsentiert, als dieser gerade Die Bakchen des Euripides bewunderte. Davon ist unsere Welt im Fall des Falles weit, weit entfernt. Facebook berührt nicht einmal ansatzweise die Gräben zwischen den Kulturen. Wir sind allein, und so sollten wir uns auch benehmen.