Taktische Hinweise zur Diskussion mit der Linken I

Sie haben also einen Bekannten, Freund, Familienangehörigen, den Sie bekehren wollen. Sie wollen ihn davon überzeugen, dass der gegenwärtig eingeschlagene Weg zur restlosen Zerstörung alles dessen führen wird, das auch er liebt, will er es nun zugeben, oder nicht. Was hier mit Zerstörung gemeint ist, muss nicht weiter ausgeführt werden, wir alle wissen es, und wenn nur als unangenehmes und nicht tot zu bekommendes Verkrampfen in unserer Magengegend. Bei all den folgenden Punkten sollte bedacht werden, dass Sie die Kraft von Argumenten niemals überschätzen sollten, was wir vorhaben, gleicht einer Konversion, und nur bestimmte Personen sind überhaupt offen für eine solche. Vergessen Sie jeden über 35, die Anstrengung ist es nicht wert. 95% aller Menschen haben bereits mit 25 ein abgeschlossenes Weltbild, das sich nicht mehr ändert, es sei denn, es ereignet sich eine wirklich schwere Erschütterung im näheren Umfeld, die die Person aus ihrer Bahn wirft.

Seien Sie sich vor allem bewusst, wogegen Sie antreten:

1. Die überwältigende Mehrheit der nun etwa 15 bis 30-jährigen war einem Bombardement ausgesetzt, das sich viele Leser dieses Blogs wahrscheinlich nur schwer vorstellen können, einfach deshalb, weil sie mit der gegenwärtigen kulturellen Landschaft nicht vertraut sind. Der Einfluss von Zeichentrickserien wie Family Guy (fetter, stupider, und ignoranter Familienvater mit einer Frau, die er nicht verdient hat), Simpsons (fetter, stupider und ignoranter Familienvater mit einer Frau, die er nicht verdient hat), American Dad (stupider, ignoranter und nationalistischer Familienvater, der bei der CIA arbeitet; bei allen 3 Serien ist die Familie der Hort der Grausamkeit), Filmen wie Avatar (böse Weiße), Elysium (böse Weiße), Django Unchained (böse Weiße), 12 Years a Slave (böse Weiße), hier vor allem auch Streifen, die auf Kinder unter 10 Jahren abzielen, wie etwa Ice Age (wesensmäßig verschiedene Tiere, deren Gemeinschaft sich lediglich

durch Werte wie Freundschaft definiert; exemplarisch hier sinngemäß ein Dialog zwischen zwei Säbelzahntigern: „Ich sehe schon, warum du das Rudel verlassen hast.“ „Ich habe etwas viel besseres als das Rudel.“ „Was denn?“ „Eine Herde.“), Toy Story, Monster AG (bezeichnend der Wechsel, der hier stattfindet: Die antagonistische Grundhaltung zu Beginn zwischen Monstern und Kindern – Monster erschrecken Kinder, um Energie zu gewinnen – wird am Schluss zur Gänze aufgelöst. Man entdeckt, dass das Lachen von Kindern viel mehr Energie produziert als ihre Furcht, sodass also eine harmonische Zukunft zwischen grundverschiedenen Identitäten stattfinden kann), Ratatouille (Überwindung des Gegensatzes zwischen Mensch und Ratte) und anderen kann überhaupt nicht überschätzt werden.

Meines Erachtens sogar noch wichtiger ist der Einfluss seitens der von Jugendlichen konsumierten Musik: Punkrock (klassisch hier NOFX: „Kill all the white man“), Hip-Hop (Primitivität als Auszeichnung), World Music (der Name sagt es, eine Art Weltgemeinschaft), Pop (zelebrierte Erniedrigung, von Cyrus bis Spears), Metal (zutiefst anti-christlich, obwohl die Sache mit der Rechten hier etwas komplizierter ist), Reggae (Delirium als religiöse Erhöhung und Pazifismus, natürlich nur in der weißen Rezeption), Disco (die implizite Promiskuität ist wohl noch relativ harmlos im Vergleich) usw. usf., üblicherweise definieren sich die Subkulturen der Altersklasse 15-25 hauptsächlich über Musik, weil die drohende Substanzlosigkeit des fehlenden Erfahrungsschatzes wegen durch Kultzugehörigkeit relativ einfach überbrückt werden kann.

Der Sinn dieser Art Popkultur ist es, eine Grammatik zu erschaffen, mit der bestimmte Reaktionen auf Stichwörter ausgelöst werden. Dies funktioniert nicht auf einer rationalen Basis, sondern ist vielmehr ein Bauchgefühl, das nach dem Verfahren „Das habe ich doch schon einmal wo gehört“ funktioniert. Es sind emotionale Wahrheiten, die dem Betroffenen darüber hinaus die Möglichkeit geben, mit Widersprüchen in seiner Wahrnehmung umzugehen. Sieht also beispielsweise eine junge Frau um 3 Uhr morgens auf dem Heimweg am Gürtel in Wien eine Ansammlung von 3 Schwarzen auf einer Bank sitzen, die sie betrachten, so wird sie sich z. B. an die Sklaven in Django Unchained erinnern und daran, wohin es führt, wenn wir Vorurteile pflegen. Das unumgängliche Gefühl der Gefahr als Kombination der Umstände wird als ein Zeichen des eigenen Rassismus sublimiert. Dieser Vorgang funktioniert auch umgekehrt, liest die gleiche Person etwa einen Propagandaartikel in der Zeit, der sich mit sinistren Machenschaften von Pharmakonzernen beschäftigt, so denkt sie nicht etwa an den Großvater, der nur wegen moderner Medikation noch am Leben ist, sie fühlt sich an die Darstellung in Hollywoodfilmen erinnert, und wir alle wissen, welche Rolle große Konzerne dort spielen.

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