Monatsarchiv: Januar 2014

Christliche Verwerfungen II

„Im Gegensatz zu Katholiken und traditionellen Lutheranern fehlt es den meisten Protestanten an einem Sakrament der Buße, wodurch sie eine nicht aufgelöste und persönliche Schuld mit sich führen. Da die Erbsünde in der klassischen protestantischen Lehre eine fatal entstellende Macht ist, lastet sie schwer auf dem Gewissen jener, die es mit der Religion ernst meinen. Ferner ist sie möglicherweise auch für die Oszillationen zwischen demütigender Unwürdigkeit und persönlicher Erhebung als eines Auserwählten Gottes verantwortlich. Das gegenwärtige, linkslastige Christentum kombiniert Rituale der abendländischen Zurückweisung des Selbst mit protestantischen Einstellungen zu Individualität und Gleichheit, zum fundamental gefallenen Sünder und der gleichzeitigen Selbstentwertung bzw. Selbsterhöhung des Heiligen. Es soll hier kein Versuch gemacht werden, die Hinwendung zu einem Staat der Verhaltensrichtlinien mittels einer einzigen Variable zu erklären, besondere Betonung muss aber auf religiöse Haltungen gelegt werden. Diese erklären, warum Bevölkerungsmehrheiten „naturwidrig“ im Sinne Max Webers agieren, der damit den innerweltlichen Ästhetizismus der frühen protestantischen Gesellschaft meinte. Weber räsonierte, dass es schwer möglich ist, die Opfer der frühen modernen europäischen Bourgeoisie als dem Anhäufen von Investitionskapitel ohne Calvinistische Moral zu verstehen. Menschen lassen die Gelegenheit zu unmittelbarem Genuss nicht aus, ohne dafür gewichtige moralische oder theologische Gründe zu haben. Analog dazu wären die umfassenden Bejahungen fremder Kulturen oder die Ausführungen von Ex-Präsident Clinton zur Schande aufgrund vergangenen abendländischen „Terrors“ ohne die gegenwärtigen christlichen Schuldpredigten nur schwer vorstellbar.“

Sinngemäß aus: Multiculturalism and the Politics of Guilt, Paul Gottfried
Übertragung aus dem Englischen von Zam


Christliche Verwerfungen I

„Als exemplarisch für den Einfluss des multikulturellen Konzepts auf politische Prominente unabhängig von konkreten Karriereinteressen kann eine Rede von Bill Clinton gelten, die er gegenüber der Studentenschaft der Georgetown University am 7.11.2001 hielt. Der frühere Präsident betonte den in den Vereinigten Staaten für hunderte Jahre existierenden Terror, und wie die Nation nun den Preis für ihr Zutun zur Sklaverei und für das Wegschauen während der Vertreibung und Tötung einer beträchtlichen Anzahl an amerikanischen Ureinwohnern bezahle. ‚Hier in den Vereinigten Staaten erschufen wir eine Nation, die auf der Sklaverei gründete, und jene Sklaven wurden regelmäßig trotz ihrer Unschuld ermordet.‘ Mehr noch: ‚Während des ersten Kreuzzuges, als christliche Söldner Jerusalem eroberten, brannten sie zuerst eine Synagoge mit 300 in ihr befindlichen Juden nieder und fuhren fort, jede Frau und jedes Kind auf dem Tempelberg zu töten, das muslimischen Glaubens war. Ich kann Ihnen versichern, dass diese Geschichte noch heute im Nahen Osten erzählt wird und wir immer noch für sie bezahlen.‘
[…]
Relevant für unsere Untersuchungen sind hier nicht die Fehler und Auslassungen, die in Clinton´s Ausführungen enthalten waren, sondern die Tatsache, dass er sie vor mehr als 1000 Studenten der Georgetown University nur wenige Wochen nach dem Angriff von muslimischen Terroristen auf Amerikaner und amerikanische Regierungseinrichtungen tätigte. Am 8. November nutzte er die Gelegenheit seiner Georgetown-Aufenthalts, angebliche Fehlgriffe von westlichen Christen aufzulisten, inklusive jene, die gegen Muslime gerichtet worden waren. Eine Aktion wie diese konnte seiner Karriere in der Öffentlichkeit auf keine Weise dienlich sein und war wahrscheinlich für viele seiner Berater unangemessen. Es lässt sich schwer bestreiten, dass Clinton Überzeugungen ausdrückte, die für ihn selbst als richtiger Ausdruck seiner guten Absichten gelten konnten. Wichtiger als die Stichhaltigkeit dieser Aussagen oder das Verfolgen seiner Berufsinteressen schien es ihm, die Sünden der amerikanischen Gesellschaft hervorzuheben, der er als Mitglied der Nation natürlich selbst angehörte.
Diese Gesten als „billigen Akt der Gnade“ oder Effekthascherei abzutun, wie einige konservative Christen es versuchten, würde die religiöse Funktion übersehen, die sie inne haben. Die öffentliche Aktualisierung einer liberalen protestantischen Theologie der sündenhaften Gesellschaft reflektiert jenen transformierten Calvinismus, der heute das amerikanische konfessionelle Leben und seine Zivilkultur beseelt. Um das Schuldeingeständnis als einen moralischen Akt und also als ernsthaft zu charakterisieren, muss es keine hieb- und stichfeste Dokumentation oder schmerzhafte individuelle Akte der Buße aufweisen.
Die Bedeutung der Beichte liegt im Akt selbst verborgen, der ausgeführt wird. Er kennzeichnet die Reinheit des Herzens, die in einer Kultur der Opfer die Erleuchteten und Erlösten auszeichnet. Auf Grundlage von Überlegungen wie dieser können keine wesentlichen Trennlinien zwischen der ‚Mitschuld‘ am Holocaust der Nazis und dem Leben in einer Nation gezogen werden, die vieles, aber nicht alles tat, um spätere Naziopfer zu retten. Die Vereinigten Staaten standen in Opposition zum deutschen Nazismus und nahmen zumindest einige Flüchtlinge auf, die der Nazi-Tyrannei entflohen, inklusive Mitgliedern meiner eigenen Familie. Obwohl sie natürlich mehr hätten tun können, sieht die Akte der Vereinigten Staaten in dieser Hinsicht in der Tat sehr gut aus, besonders im Vergleich zu den beschämend geringen Anstrengungen, die von der amerikanischen Regierung unternommen wurden, um die Opfer von Stalin zu retten, was liberale Christen ihrem Land erstaunlicherweise nie zum Vorwurf machen.“

Sinngemäß aus: Multiculturalism and the Politics of Guilt, Paul Gottfried
Übertragung aus dem Englischen von Zam

Wird fortgesetzt…


Wissenschaftlicher Konsens I

Folgende Zitate aus: Marquart, Franziska: Rechtspopulismus im Wandel. Wahlplakate der FPÖ von 1978-2008, in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft, 2013/4

„Im Nationalratswahlkampf 2013 stellte die Freiheitliche Partei Österreichs den einzelnen Bürger / die einzelne Bürgerin ins Zentrum ihrer Werbemaßnahmen und warb mit christlichen Werten: „Liebe deinen Nächsten. Für mich sind das unsere Österreicher“ (APA 2013). Allerdings machte Parteichef Heinz-Christian Strache auch deutlich, wer nicht zu seinen „Nächsten“ gehört, denn „Asylbetrüger haben zu gehen“. Die politische Werbung der FPÖ fügt sich damit in eine lange Reihe vorangegangener Kampagnen ein, in denen die Zuneigung zum österreichischen Volk der Ablehnung fremder Einflüsse gegenübersteht. In diesem Zusammenhang kann die Freiheitliche Partei Österreichs als Prototyp einer Parteienfamilie verstanden werden, die dem übergeordneten Begriff des Rechtspopulismus zugewiesen wird.“

Verblüffend, es so deutlich zu lesen. Immerhin ehrlich, dennoch natürlich kann dieser Beitrag in diesem Zusammenhang als Prototyp einer Ideologie verstanden werden, die dem übergeordneten Begriff der Umkehrung aller Werte zugewiesen wird. Die Zuneigung zum Eigenen ist ein pathologischer Zustand.

Wie es sich für einen wahrhaft wissenschaftlichen Beitrag gehört, schließt er mit einer der üblichen Totalitarismusstrategien:

„Schließlich sollte der Rezeption und Wirkung rechtspopulistischer Plakate vonseiten der Sozialwissenschaft mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. In einem Land wie Österreich, das zunehmend durch Migrationsprozesse geprägt wird und das auch in den kommenden Jahren mit hohen Zuwanderungszahlen rechnen kann, stellen ausländerfeindliche Ressentiments eine Gefahr für Integration und gesellschaftliches Zusammenleben dar. Der Beitrag, den rechtspopulistische Plakatwerbung dabei leistet, darf nicht unterschätzt werden.“

In der Zam´schen Übersetzung: Es sollte viel mehr Propaganda in diesem Bereich produziert werden, es mangelt hier an der verlässlichen Mathematik der denunziatorischen Veröffentlichungen. Jene sind unerlässlich, um den Betrieb der veröffentlichten Meinung zu unterfüttern, sollte es einmal darauf ankommen. Wir sind uns zwar bewusst, dass der Zersetzungsprozess unserer Gesellschaft unaufhaltsam voranschreitet und im Endeffekt zum wurzelverzehrenden Ableben jedes einzelnen Elements führen wird, durch das wir uns definieren (den Egalitarismus eingeschlossen), diese Plakate gehen uns aber auf die Nerven.


Knochige Fäuste, bereit, alles zu zerstampfen (II)

Als Fortsetzung die restlichen Einblicke in das Geistesleben der universitären Elite. Ich habe mir erlaubt, am Ende des Beitrags zur Realität zurückzukehren.

2014-01-09 20.01.23

2014-01-09 20.01.28

2014-01-09 20.01.38

2014-01-09 20.01.57

2014-01-09 20.02.16

2014-01-09 20.02.29

2014-01-09 20.03.04

2014-01-09 20.03.23

2014-01-09 20.01.10

Da stolperte ich doch vor ein paar Wochen hierüber:

Quelle: National Institutes of Health
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19085605

„In dieser Studie wurden Vergewaltigungsphantasien weiblicher Universitätsstudenten (N=355) evaluiert, verwendet wurden hierzu eine gedankliche Checkliste für die rechtliche Definition von Vergewaltigung und ein Protokoll für Sexphantasien, das systematische Abfragen und Selbsteinschätzungen beinhaltet. Die Ergebnisse lassen erkennen, dass 62% der Frauen bereits eine Vergewaltigungsphantasie hatten, dies ist etwas höher als frühere Schätzungen. Für diejenigen Frauen, die Vergewaltigungsphantasien hatten, liegt die mittlere Häufigkeit dieser Phantasien bei ungefähr 4 mal pro Jahr, wobei 14% der Teilnehmer angaben, dass sie Vergewaltigungsphantasien zumindest einmal pro Woche haben. Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen, die davon ausgingen, dass Vergewaltigungsphantasien entweder zur Gänze aversiv oder erotisch sind, wurden Vergewaltigungsphantasien auf einem aversiv-erotischen Kontinuum festgestellt, wobei 9% zur Gänze aversiv, 45% zur Gänze erotisch, und 46% sowohl erotisch als auch aversiv waren.“


Knochige Fäuste, bereit, alles zu zerstampfen

Oh ja, denn das natürlich muss als das Endprodukt der universitären Bildung aufscheinen, zerstampfte Existenzen, auf gleiche Höhe geschnittene und zerfetzte Pflänzchen, gleich aber im Stadium der Verwesung dann, darniederliegend, tot, ohne Substanz oder Fleisch oder Freude oder Abneigung oder sonstige Emotion.

Sie glauben mir nicht, natürlich nicht, es ist auch unglaublich. Verschlungene Wege jedoch führten mich unlängst auf das KomZ (Kommunikationszentrum) der Politikwissenschaft Wien, und ich fühlte mich bemüßigt, das dortige Stimmungsbild einzufangen, exemplifiziert durch verschiedenen Behang im Raum.

Hier meine Favoriten:

2014-01-09 18.47.55

Ich gebe es zu, das erste ist ein Ausreißer, es wurde mir von meiner Gesprächspartnerin gezeigt, die zurzeit als Austauschstudentin in Wien weilt. Stolze Moskauerin, die sie ist, war ihr dennoch die extrem tendenzielle Fragestellung des Buches, das ihr zur Einführung in den Themenbereich EU empfohlen wurde, nicht bewusst. Glücklicherweise ist es mir ein Leichtes, die brennendsten auf dem Rückumschlag des Buches angeführten Fragen zu beantworten. Ich versuche, die Fragen umzuformulieren, damit die Verwirrung ein Ende hat:

„Warum ist die Burka in einigen EU-Ländern verboten, in anderen nicht?“ meint natürlich: „Lieber studentische Geschlechtsvariante, wie du weißt, läuft ein Programm, das bis zum Jahr 2050 muslimische Bevölkerungsmehrheiten in vielen europäischen Ländern erzeugen wird. Jetzt ist es so, dass wir Intellektuellen uns natürlich daran erquicken, wenn wir den Hass der Eingeborenen auf diese Entwicklung spüren. Dieser Hass ist sehr wichtig, weil er den einzig wahren Klassenunterschied stärker als üblich hervortreten lässt, der uns tagein tagaus beschäftigt, nämlich den zwischen uns und den Plebs. Ich nehme an, dass du zu uns gehören willst, also pass gut auf: Es gibt 2 Richtungen, in die das Thema Islam in Europa führen kann (zumindest mittelfristig):
1. Es werden allerhand Gesetze erlassen, die islamische Gepflogenheiten unterdrücken, damit sich die Plebs beruhigen
2. Es werden allerhand Gesetze erlassen, die den Unmut der Plebs unterdrücken, vor allem gegen die freie Rede

Du musst begreifen, dass es für uns irrelevant ist, welche Seite den Sieg davonträgt, höchstwahrscheinlich ist es ohnehin eine Kombination aus beiden. Alles das dient lediglich dazu, eine Gesellschaft zu erzeugen, die zu 100% von den genehmigten Mediatoren beherrscht werden kann, an die sich die veröffentlichte Meinung wendet, wenn sich die Gruppen mal wieder den Schädel einschlagen. (wink wink, das sind wir. Naja, natürlich nicht du, du Spinner, du bist der Fußtruppen-Zombie, den wir an die Front schicken, vielleicht qualifizierst du dich zum Unteroffizier in der Integrationsmaschine)

„Wie kann die EU ein Land als Mitglied akzeptieren, das von einer Partei mit faschistischen Tendenzen regiert wird?“ meint: Der einzige Gegner, den wir haben, speist sich aus einer Quelle, die wir leider nicht auslöschen können, weil sie der Naturzustand des Menschen ist und die pure Essenz des Lebens selbst. Es sollte relativ leicht sein, sie auszumachen, auch auf einer persönlichen Ebene; immer, wenn du z. B. als Frau dieses unerklärliche Lodern in der unteren Körperhälfte verspürst, weil du von einem Mann angezogen wirst, der in der Distanz zu anderen verweilt, sich gegen sie stemmt, und doch eine der tausenden affirmativen Varianten des Lebens personifiziert, dann hast du einen Faschisten vor dir. Vergiss den Konservativen, er kann gefahrlos beiseite gewischt werden, er hält ja immer nur verlorenes Terrain, gestern war er für die heteronormative Ehe, heute ist er für die homosexuelle, morgen für die homonormative, gähn, langweilig.

„Sind die EU-Länder weniger korrupt als Staaten in Asien oder Afrika?“ Die Antwort auf diese Frage ist leider zu gefährlich und kann dir nicht gegeben werden. Wir werden dir natürlich im Buch erzählen, dass alle Menschen gleich sind, das musst du uns erstmal so glauben, ja? Wenn du groß bist und dich als würdig für unseren inneren Kreis qualifiziert hast, können wir dich vollends mit dem zynischen Wissen unserer Clique ausstatten.

„Wieso lässt die EU es zu, dass immer wieder Flüchtlinge aus Afrika im Mittelmeer ertrinken?“ Die Antwort auf diese Frage ist nicht wichtig, und führt zwangsweise zu Hitler. Verwende bitte in der Demo nächste Woche möglichst oft entsprechende Referenzen.


Bildung als Verdummung

„Eine der Techniken, um junge Menschen aufzubrechen, ist es, eine Vorlesungsreihe zu einer nicht-westlichen Kultur zu erfordern. Obwohl viele der Lehrenden dieser Kurse genuine Forscher sind und ihre Forschungsbereiche aufrichtig schätzen, so habe ich dieses Erfordernis in jedem einzelnen Fall — wenn es doch so viele andere Dinge gibt, die gelehrt werden können und sollten, die aber nicht gelehrt werden; wenn Philosophie und Religion nicht mehr obligatorisch sind — in Verbindung mit einer demagogischen Absicht erlebt. Der Punkt ist es, Studenten einzutrichtern, dass es andere Denkweisen gibt und die westliche Sicht keineswegs besser ist. Nicht der Inhalt zählt, sondern die Lektion, die gelernt werden will. Erforderungen dieser Art sind Teil des Bestrebens, eine Weltgemeinschaft zu errichten und ihre zukünftigen Mitglieder zu trainieren: Die Person ohne Vorurteile.
Wenn aber die Studenten wirklich etwas über das Denken dieser anderen, nicht-westlichen Kulturen lernen würden (was sie nicht tun), würden sie herausfinden, dass diese Kulturen samt und sonders ethnozentrisch sind. Jede einzelne von ihnen glaubt, dass ihr Weg der beste und alle anderen minderwertig sind. Herodot erzählt, dass die Perser dachten, sie seien die besten, die angrenzenden Nationen die zweitbesten, die Nationen angrenzend an die Nachbarn die drittbesten, und so weiter, sodass ihr Wert in konzentrischen Kreisen vom persischen Zentrum abnahm. Dies ist Ethnozentrismus per definitionem. Eine Einstellung wie diese ist in etwa so allgegenwärtig wie das Verbot von Inzest zwischen Mutter und Sohn. Lediglich in den westlichen Nationen, d.h. in jenen durch die griechische Philosophie beinflussten, gibt es eine gewisse Bereitwilligkeit, die Identifizierung des Guten mit dem eigenen Weg anzuzweifeln.

Eine der Mythen unserer Zeit ist es, dass die 50er eine Zeit des intellektuellen Konformismus und der Oberflächlichkeit waren, wohingegen in den 60ern wahre Spannung erzeugt und Fragen aufgeworfen wurden. Der McCarthyismus — immer dann beschworen, wenn über Stalinismus gesprochen wurde, um das Gleichgewicht der Ungerechtigkeit zwischen den zwei Supermächten aufrecht zu erhalten — symbolisiert diese grauen, düsteren Jahre, die flammenden 60er aber waren die „bewegten“ Tage und, glaubt man den Worten der Überlebenden, die Zeit, in der im Alleingang Schwarze, Frauen und Südvietnamesen befreit wurden.
Ohne auf die strikt politischen Themen einzugehen, das intellektuelle Bild, das hier gezeichnet wird, ist so ziemlich genau das Gegenteil der Wahrheit. Die 60er waren die Zeit der dogmatischen Antworten und trivialen Abhandlungen. Kein einziges Buch von bleibendem Wert wurde im Zug dieser Bewegung geschrieben, alles drehte sich um Norman O. Brown und Charles Reich. Es war die Zeit, als der wahre Konformismus die Universitäten eroberte, als Meinungen zu allen Themenbereichen, von Gott bis zu Filmen, uneingeschränkt vorhersehbar wurden.“

Aus: Allan Bloom, The Closing of the American Mind, 1987

Sein zweiter Beitrag hier, er ist im Übrigen mit Vorsicht zu genießen, seine Abschnitte über die heutige Universitätslandschaft aber sind auf eine beunruhigende Weise zutreffend.

Übersetzung aus dem Englischen von Zam