Monatsarchiv: März 2012

Warum ein Verharren und ein Sammeln der Reste sinnlos ist

Seltsam ist es, dass man sich heute immer in der Defensive glaubt, und es zehrt sehr an den Kräften, sich konstant gegen einen Strom stemmen zu müssen, der anscheinend unendliche Energie besitzt. Woher kommt diese dämonische (und der Dämon schläft nicht, noch wird er müde) Todessehnsucht des Egalitarismus? Die paar letzten Reste, die man noch an sich klammern kann, drohen zu bröckeln, und was einmal verloren, kommt nicht wieder. Die Sprache der (französischen) Revolution ist klar, eindeutig: Sie redet etwa vom männerbündischen Stahlbeton, den es anzubohren gilt, ihre rohe Gewalt ist nicht verhüllt. Was den Weg in den Mund des Politikers findet, ist aber nur ein Abfallprodukt, ein schwacher Abglanz der Quelle des Hasses.

Woher beziehen die Anhänger der Apokalypse ihre Energie? Sie beziehen sie nicht aus den kleinen Veränderungen, die letztlich passieren. Sie fühlen ihre Belebung durch den Maiumzug, in den marxistischen Zirkeln, deren Treffen ohne Scham plakatiert werden, an den extremen Rändern, die nie delegimitiert wurden. Die Ideologieschmieden sind vollends intakt. Genosse, lass uns marschieren. Jeder Halt zum Ziel hin ist nur vorübergehend, ist nur zur Neupositionierung gedacht.

Was macht die Gegenseite? Sie benutzt dieselbe Quelle…
Sie redet davon, die richtige Interpretation gefunden zu haben. Alle Menschen sind gleich, ja, aber manche verhalten sich anders, und man müsse zwischen anständigen und unanständigen unterscheiden. Natürlich aber kann jeder alles erreichen und jeder alles werden. In der Integrationsdebatte hört sich das z.B. in etwa so an: Wir wünschen uns, dass sich alle Zugereisten wie Chinesen verhalten, dann können sie gerne kommen.

Der gemeine Mensch auf der Straße fühlt, dass irgendetwas falsch ist, aber er kann sich nicht abstrakt artikulieren, und die erlassenen Sprechverbote haben ja genau jene ehrlichen Ausdrücke vom Herzen zum Ziel. Was tun? Ungleichheit predigen. Immer und überall. Wie das geht? Ganz einfach: Du bist zu syrisch, um Österreicher zu sein.

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One World – vor 2000 Jahren vielleicht, ja

Eine der konstantesten Illusionen unserer Zeit ist die Ansicht, dass unser Planet kleiner werde, dass sich die Bruchlinien, die doch früher immer Konflikte zur Folge hatten, wohlgefällig auflösen. Gründe dafür sucht man wahlweise im gesteigerten Handel oder auch in der Durchmischung von Braun, Weiß, Schwarz, die man von den Fenstern der Universitäten des Nordens so schön beobachten kann.

Als Marcus Licinius Crassus gen Osten zog, um das Geld, das er mit den seinen Feuerwehren Roms verdient hatte, endlich zu großem Nutzen und mithin eigenem Ruhm zu verwenden, verpassten ihm die Parther bekanntlich eine schmähliche Niederlage. Der Schuss von einem fliehenden Pferd aus nach hinten ist als eines der großen Vorbilder von Schlachtmanövern als Partherschuss bekannt geworden. Wenn es stimmt, und wieso sollte Plutarch lügen, wurde der Kopf von Crassius dem Perserkönig am Hof präsentiert, als dieser gerade Die Bakchen des Euripides bewunderte. Davon ist unsere Welt im Fall des Falles weit, weit entfernt. Facebook berührt nicht einmal ansatzweise die Gräben zwischen den Kulturen. Wir sind allein, und so sollten wir uns auch benehmen.